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Facebook hat mit Slingshot offenbar versehentlich eine mit Snapchat konkurrierende Kommunikations-App freigeschaltet. Damit bestätigten sich Gerüchte von Mitte Mai, dass es erneut an einem solchen Dienst arbeite.
Sowohl The Verge als auch Techcrunch bemerkten die App, bevor Facebook seinen Fehler korrigierte und sie zurückrief. The Verge erhielt sogar eine ausdrückliche Bestätigung, die wie folgt lautet: „Wir haben heute versehentlich eine Version von Slingshot veröffentlicht, einer App, die wir derzeit vorbereiten. Mit Slingshot können Sie Augenblicke des Alltags gleichzeitig mit vielen anderen teilen. Sie wird bald fertig sein.“

Die Foto- und Video-Messaging-App ist offenbar als Alternative zu Snapchat gedacht, das Facebooks Übernahmeangebot im vergangenen November ausschlug. Dem früheren Bericht zufolge leitet CEO Mark Zuckerberg persönlich die Entwicklung von Slingshot.

Snapchat erlaubt den Versand von Fotos oder Videos, die nur bis zu zehn Sekunden lang sichtbar bleiben und sich dann selbst zerstören, an Freunde. Die App ist insbesondere bei Teenagern beliebt, einer für Facebook wichtigen Zielgruppe. Facebook hatte dafür 3 Milliarden Dollar geboten – das ist dreimal so viel, wie Facebook 2012 für Instagram ausgegeben hat.

Über die seit zwei Jahren erhältliche Snapchat-App wurden bisher rund 400 Millionen Fotos und Videos verschickt. Einer Umfrage von Pew zufolge haben rund neun Prozent der erwachsenen Smartphone-Besitzer in den USA die App installiert.

Erst dieses Frühjahr hatte Facebook die im Dezember 2012 eingeführte App Poke, die ebenfalls Snapchat imitierte, aus Apples App Store zurückgezogen. Sie war aus einem früheren Facebook-Feature abgeleitet – einem Button namens Poke, der auf Deutsch „Anstupser“ genannt wurde, aber ebenfalls verschwunden ist – sogar aus Facebooks Dokumentation. Wie bei Snapchat war der Clou von Poke, dass verschickte Nachrichten nach Ablauf einer Frist automatisch gelöscht wurden.

Facebook ist nicht das einzige Unternehmen, das sich für das von Snapchat entwickelte Konzept interessiert. Mit Blink übernahm Yahoo im Mai einen Messaging-Dienst, der ebenfalls verschickte Texte, Bilder und Audiodateien nach kurzer Zeit wieder löscht. Die sieben Mitarbeiter des Unternehmens sind jetzt Teil der Yahoo-Sparte für „intelligente Kommunikationsprodukte“. Die iOS- und Android-Versionen der App wurden eingestellt.

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Quelle: zdnet.de

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